Warum Holz?


Vorteile der Holzbauweise

Hintergrund:

Für die große Zahl der nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge steht zu wenig Wohnraum zur Verfügung. Die bestehende Wohnungsknappheit aufgrund von Versäumnissen in den vergangenen Jahren verschärft die Situation in vielen Kommunen zusätzlich. Bund, Länder und Kommunen bemühen sich nun, in möglichst kurzer Zeit zusätzliche Wohnfläche zu schaffen.

Gebäude für Flüchtlinge sollen möglichst schnell zur Verfügung stehen und gleichzeitig für eine Nachnutzung geeignet sein. Der zu schaffende Wohnraum muss nicht nur humanitären und sozialen Ansprüchen genügen, sondern sollte auch neusten ökologischen und energetischen Standards wie beispielsweise der Energieeinsparverordnung (EnEV) gerecht werden. Für alle diese Anforderungen kann der Holzbau eine Lösung bieten.

Vorteile der Holzbauweise

Zahlreiche Aspekte sprechen für das Bauen mit Holz:

1. Hoher Vorfertigungsgrad ermöglicht kurze Bauzeiten
Der Holzbau zeichnet sich durch einen hohen Vorfertigungsgrad aus. So ist es möglich, in kurzer Zeit Gebäude mit sehr hohen Qualitätsstandards zu realisieren, ohne dass Einschränkungen bei Komfort oder Energieeffizienz hingenommen werden müssen. Da die mehrmonatige Trockenphase bei der Holzbauweise entfällt, kann Flüchtlingswohnraum in kurzer Zeit zur Verfügung gestellt und auch bezogen werden.

2. Moderne Holzbauweise erfüllt höchste Energiestandards
Mit der Holzbauweise können die höchsten aktuellen Energiestandards eingehalten werden. Das Holzhaus benötigt dazu keine dicken Wände – so können die zur Verfügung gestellten Flächen optimal als Wohnfläche genutzt werden. Die moderne Holzbauweise gewährleistet hervorragenden Wärmeschutz und darüber hinaus Energieeinsparung beim Bauen und Wohnen. Die Einhaltung der Energiestandards ermöglicht Kommunen später eine problemlose Umwidmung der Flüchtlingsunterkünfte, beispielsweise zu Studentenwohnheimen oder Kindertagesstätten.

3. Langlebigkeit der Holzbauweise
Die Langlebigkeit von Holz wird oftmals unterschätzt – alte Fachwerkbauten bestehen bereits seit über 300 Jahren. Dies wird durch verschiedene Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel den konstruktiven Wetterschutz ermöglicht und zwar ohne den Einsatz von Chemikalien. So kann der Holzbau nicht nur kurzfristig qualitativ hochwertigen Flüchtlingswohnraum schaffen, sondern ist auch für eine Nachnutzung prädestiniert.

4. Aufstockung – neue Nutzflächen ohne zusätzlichen Flächenverbrauch
Holz gehört zu den leichten Baustoffen, die jedoch stark belastbar sind. Dadurch ergeben sich nahezu unbegrenzte planerische Gestaltungsmöglichkeiten. Zusätzlich sind durch das geringe Gewicht Aufstockungen alter Bestandsgebäude nicht nur möglich, sondern auch ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Neue Nutzflächen können so ohne zusätzlichen Flächenverbrauch geschaffen und die schon vorhandene Infrastruktur genutzt werden. So können Flüchtlingswohnheime siedlungsnah an bestehende Infrastruktur angebunden werden.

5. Klimafreundliche Bauweise
Die Holzbauweise ist doppelt klimafreundlich: Zum einen bindet ein Baum über die Dauer seines Wachstums das Klimagas Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre in Form von Kohlenstoff im Holz. Durch die stoffliche Nutzung des Holzes wird der Kohlenstoff und damit das CO2 langfristig der Atmosphäre entzogen.
Zum anderen ersetzt das Holz Baustoffe, die in der Herstellung deutlich energieintensiver sind, und reduziert so den CO2-Ausstoß (Substitutionseffekt). Laut Thünen-Institut werden allein durch die Substitution jährlich bis zu 57 Millionen Tonnen CO2 in Deutschland eingespart.

6. Freie Grundrissgestaltung
Der Holzrahmenbau sowie die Holzständerbauweise sind sehr flexibel und lassen sich an bestehende Gegebenheiten und Nutzerwünsche anpassen. Auch wenn gewisse Rastermaße durch Bauplatten und Dämmstoffe vorgegeben sind, müssen sich daraus keine standardisierten Grundrisse ergeben. Individuelle Wünsche wie Fenster- und Türöffnungen oder Grundrisse lassen sich ohne Probleme auch im Hinblick auf künftige Nachnutzungen realisieren. Das ermöglicht dem Holzbau Flüchtlingsunterkünfte auf viele Arten zu gestalten – ob nun standardisiert oder auf individuelle Wünsche und Gegebenheiten angepasst.

7. Gesundes Raumklima
Holz ist diffusionsfähig, hygroskopisch, absorptionsfähig, riecht angenehm und gibt im unbehandelten Zustand keine Giftstoffe ab. Durch diese Eigenschaften kann das Raumklima „gepuffert“ werden und die relative Luftfeuchtigkeit stabilisiert sich zwischen 30 und 55 Prozent – ein optimaler Wert für die Gesundheit. Durch die konstante Luftfeuchtigkeit werden darüber hinaus größere Temperaturschwankungen verhindert.